—   Herzselbsthilfe im Oberbergischen Kreis   —







Unterstützt von:

der OASe Wiehl




Selbsthilfe

Motivation und was wir tun!

Selbsthilfe? Was ist das? ... Und Herzselbsthilfe was ist das? Es gibt leider kein allgemein etabliertes Stichwort oder allgemein verständlichen Satz, der Selbsthilfe prägnant und umfassend erklärt. Die Stadt Arnsberg hat auf ihrer Internet-Präsenz dieser Frage eine eigene Seite gewidmet.

Vielleicht übernehmen wir einstweilen deren Liste.

Selbsthilfe heißt:

Selbsthilfe ist aber auch:

Was ist Selbsthilfe bei medizinischen Themen? — Was ist Herzselbsthilfe?

Es ist nachgewiesen und allgemein bekannt, daß es den Krankheitsverlauf positiv beeinflußt, wenn man sich mit seiner Krankheit auseinandersetzt. Ursachen, Symptome und Behandlungsmethoden zu studieren und die besten Methoden für sich selbst herauszusuchen, das heißt sich selbst helfen. Dazu muß man sich zuerst zu diesem Thema selbst kennen lernen. War das bei meinen Vorfahren auch so? Die Frage nach der familiären Disposition? Warum gerade ich? — Hilft mir das, was der Doktor da verschrieben hat? Ist mein Doktor für diese Krankheit kompetent genug? Und so weiter.

Aber wie macht man das?

Größtes Problem ist die Pharma- und Hilfsmittel-Industrie genauso wie Arzt und Krankenkasse - sie interessiert sich nicht für individuelle Besonderheiten, denn nur die Patienten die mit derselben Methode behandelt werden können bringen Geld. Methoden für einzelne sind zu teuer. Die angebotenen Medikamente und Hilfsmittel sind je Arzt und Therapeut trotzdem noch recht unterschiedlich. Aber wie bekomme ich nun heraus, was für mich gut ist bzw. wie erfahre ich von anderen Medikamenten, Hilfsmittel oder Methoden.

Ich könnte meinen Arzt fragen?

Ich könnte meine Krankenkasse fragen?

Sind die nicht befangen? Die wollen beide doch sparen oder wenn ich Privatpatient bin, will der Arzt Geld verdienen. Gibt es eine Lösung dafür?

Nicht, wenn ich mir nicht eingestehe, daß ich krank bin! Viele von uns glauben wenn sie z.B. nach einem Herzinfarkt zugeben, daß sie krank sind, sie wären am Ende angekommen. Was sie auch immer darunter verstehen. Sie verachten sich selbst, weil sie glauben die anderen würden sie als Menschen zweiter Klasse wahrnehmen, sie nicht mehr für leistungsfähig halten. Folglich leugnen sie jedem gegenüber, daß sie ein Problem haben, die Medikamente nehmen sie nur vorübergehend und das ist alles nur eine Kleinigkeit und morgen schon wieder weg.

Aber wir wissen alle nach einem Herzinfarkt oder nach der Diagnose "Koronare Herzkrankheit", einem Stent oder einer Bypass-Operation ist nichts mehr wie vorher und … es wird auch nie wieder so wie vorher!

Es ist genau wie das Alter, keiner wird wieder so jung wie gestern, nein … wir werden immer älter und die Probleme nehmen zu und es ist morgen nichts weg. Man spürt es vielleicht nicht mehr aber übermorgen ist es vielleicht wieder da.

Aber nun zu der Selbsthilfe! Wie komme ich nun an qualifizierte Informationen zu meiner Krankheit? Medizin studieren? Fachbücher leihen, kaufen?

Nah kann man machen 12 Semester oder 6 Jahre für das Medizin Studium sind nicht vergebens. Es gibt Persönlichkeiten, die genau das getan haben. Aber meistens sind wir nicht wie die um die dreißig herum sondern um die sechzig herum, da hat es sich meistens mit studieren in Regelstudienzeit.

Sicher können wir uns all die Informationen einzeln und mühselig zusammen suchen. Sind wir kein Lauschepper oder Warmduscher, die nur auf andere Kosten Infos saugen, sondern sind wir bereit auch das eigene Wissen, die eigenen Erfahrungen mit uns selbst, der Medizin und dem Leben anderen zur Verfügung zu stellen, dann gibt es einen effektiven schnellen Weg an all die notwendigen Infos zu kommen: man besucht eine Selbsthilfe-Gruppe und wenn es keine gibt, gründet man eine.

Das alles hat auch der Gesetzgeber erkannt und die Selbsthilfe als wichtige Säule des Gesundheitssystems definiert und ihre Finanzierung den gesetzlichen Krankenkassen als Gemeinschaftsaufgabe aufgetragen.

Selbsthilfe:   sich selbst helfen durch die Hilfe für und von den anderen!

Herzselbsthilfe, will bei uns heißen: wir tragen unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Fakten zusammen, trösten uns durch die Anteilnahme der Mitstreiter und versuchen durch die vielen Informationen unsere Krankheit zu verstehen. Mit regelmäßigen Treffen, Vortragsveranstaltungen und anderen Aktivitäten versuchen wir das Beste aus unserer Krankheit zu machen und was mit ihr möglich ist.

Nach einem Herzinfarkt oder nach einer ähnlichen Diagnose ist nichts mehr wie vorher. Wir versuchen die Ängste und Unsicherheiten zu lindern und mit eigenen Erfahrungen und fundierten Wissensquellen zu beseitigen.

Wer sollte sich für uns interessieren?

Für Herzpatienten und ihre Angehörigen. Nach einem Herzinfarkt zum Beispiel bricht nicht nur die Welt des direkt Betroffenen zusammen, sondern oft auch die seiner engsten Angehörigen.

Unser Angebot richtet sich also an alle Patienten und betroffenen Angehörigen.

Wenn Sie Zweifel haben, ob eine Selbsthilfegruppe etwas für Sie ist, dann sollten Sie sich die Fragen auf der schon erwähnten Seite der Selbsthilfe Kontaktstelle in Arnsberg (auf der Seite ganz unten) beantworten.

Hatten Sie einen Herzinfarkt und sollen jetzt in eine Reha oder waren gerade in einer Reha, kommen sie dazu und hören was und wie andere das erlebt haben. Sie stehen vor einer Bypass-Operation, Herzklappen-OP oder haben Sie Probleme mit ihren Ärzten. Wir reden darüber, hören Sie wie die anderen Betroffenen das verarbeitet haben. Berichten Sie Ihre Erfahrungen, die Sie bisher gemacht haben.

Sie der Angehörige, Ihr Partner, Vater, Mutter, oder ein anderer Ihnen nahe stehender Angehöriger ist erkrankt, er scheint antriebslos melancholisch ein bisschen durchzuhängen, vielleicht auch etwas mehr. Nehmen Sie Ihn an die Hand und schleppen Sie ihn zu uns, oder wenn er partout nicht will, dann kommen Sie alleine und wir reden darüber.

Und wichtig ist, alles was in der Gruppe besprochen wird verläßt nicht den Raum. Diskretion über geäußerte Kritik zum Beispiel an einem Arzt oder Therapeuten ist selbst verständlich.

Therapietreue — Compliance

Ein wichtiges Thema bei unserer Krankheit ist die Therapietreue oder Compliance.
Nur wenn ich etwas von meiner Krankheit verstehe, die pharmazeutischen, physikalischen und psychologischen Eingriffe in ihrem Wirkmechanismus verstehe, nur dann weiß ich warum ich z.B. diese Pillen nehmen muss. Je tiefer das medizinische Verständnis je größer ist die Therapietreue, neudeutsch Compliance. Wenn ich mich aber gegen diese Einsichten sperre, dann "werde ich im Kellergeschoß eingeliefert" so formulierte es meine Intensiv-Schwester im Krankenhaus nach meinem Herzinfarkt. "Herr Klein jetzt wurden Sie in der Notaufnahme im Erdgeschoß eingeliefert, wenn Sie Ihre Medikamente nach der Entlassung gar nicht oder nicht richtig nehmen, dann werden Sie beim nächsten Mal im Kellergeschoß (Pathologie) eingeliefert. Das habe ich schon zigmal hier erlebt. Mit Stolz und Härte in den Keller! — Vergessen Sie das nicht!"
Zurück zu unseren Überlegungen. — Vergessen Sie nie, wir balancieren zwischen Schlaganfall, dem plötzlichen Herztod einer Vaskulären Demenz oder der langsam fortscheitenden Herzinsuffizienz auf einem schmalen Grad. Wenn wir den kurzfristig anberaumten plötzlichen Herztod oder einen Schlaganfall vorziehen, dann lassen wir einfach die Pillen und die körperliche Bewegung weg. "Manche sechzigjährige wollen nicht siebzig werden, manche siebzigjährige nicht achtzig, so formulierte es einmal der pensionierte örtliche Kardiologe.

© 2016 2017 2018 Manfred Klein


herzselbsthilfe.de zuletzt aktualisiert am Fr. 18. Mai 2018 — 18:00 h   —   © Copyright: 2015, 2016, 2017, 2018 — itmk.de — Dipl.-Ing. Manfred Klein